ANPFIFFDeutsch · Klasse 5

HANDBALL · LESEN & VERSTEHEN

Ein Spiel. Ein Team.
Viele kluge Entscheidungen.

Lies die Geschichte aufmerksam. Beantworte danach zehn Fragen. Du darfst jederzeit im Text nachlesen.

20Minuten ungefähr
Dein Tempo zählt.

DIE GESCHICHTE

Linas erster Anpfiff

Ein Schulturnier, ein knappes Spiel und eine wichtige Entdeckung.

01 Vor dem Spiel

In der Sporthalle quietschen Schuhe über den Boden. Lina zieht die Schnürsenkel noch einmal fest. Heute spielt ihre fünfte Klasse beim Handballturnier der Schule mit. Im Unterricht hat sie schon geübt, doch vor den anderen Klassen zu spielen ist neu für sie. Deshalb kribbelt es in ihrem Bauch. Ihr Freund Sami bemerkt das und sagt: „Wir müssen nicht alles allein schaffen. Wir sind ein Team.“ Lina nickt. Von der Tribüne winken ihr zwei Kinder aus ihrer Klasse zu.

02 Gemeinsam Richtung Tor

Bei diesem Turnier stehen für jede Mannschaft sechs Feldspielerinnen oder Feldspieler und eine Person im Tor auf dem Feld. Alle versuchen, den Ball in das gegnerische Tor zu werfen. Gleichzeitig schützen sie das eigene Tor. Lina spielt auf dem Feld, Sami ist Torwart. Vor dem Anpfiff erinnert ihre Sportlehrerin Frau Berger das Team daran, sich gut zu verteilen. Wenn alle dicht um den Ball stehen, kann niemand einen freien Pass bekommen. Freie Räume sind deshalb genauso wichtig wie schnelle Beine.

03 Mit Ball unterwegs

Lina fängt den ersten Pass. Mit dem Ball in der Hand darf sie höchstens drei Schritte machen und ihn höchstens drei Sekunden festhalten. Zum Weiterlaufen kann sie den Ball mit einer Hand wiederholt auf den Boden prellen. Als eine Gegnerin vor ihr auftaucht, nimmt Lina den Ball wieder in beide Hände. Jetzt darf sie nicht erneut anfangen zu prellen. Also schaut sie nach einer Mitspielerin und passt zu Jule. Der Ball fliegt schnell durch die Halle. Lina läuft sofort in einen freien Raum, damit Jule ihr wieder zuspielen kann.

04 Die Linie vor dem Tor

Vor jedem Tor liegt der Torraum. Seine Grenze ist die Sechsmeterlinie. Diesen Bereich dürfen die Feldspielerinnen und Feldspieler nicht einfach betreten, um sich beim Spielen einen Vorteil zu verschaffen. Jule bleibt deshalb zunächst vor der Linie. Dann springt sie von außerhalb des Torraums ab und wirft den Ball noch in der Luft. Erst nachdem der Ball ihre Hand verlassen hat, landet sie im Torraum. Frau Berger hatte diesen Sprungwurf mit der Klasse geübt. Diesmal hält die gegnerische Torhüterin den Ball. Jule ärgert sich kurz, läuft aber gleich zurück, um ihr Team beim Verteidigen zu unterstützen.

05 Fair bleiben

Wenig später wird Lina beim Laufen von einem Gegenspieler geschubst und fällt hin. Die Schiedsrichterin pfeift und unterbricht das Spiel. Schubsen, Festhalten und gefährliche Aktionen sind nicht erlaubt. Der Gegenspieler reicht Lina die Hand und entschuldigt sich. Sie steht auf; zum Glück ist ihr nichts passiert. Ihr Team bekommt den Ball für einen Freiwurf. Lina will sich zuerst beschweren, entscheidet sich dann aber, ruhig weiterzuspielen. Fair zu sein bedeutet für sie auch, eine Entschuldigung anzunehmen. Trotzdem ist es wichtig, dass die Schiedsrichterin gefährliches Verhalten stoppt.

06 Die entscheidende Idee

Kurz vor Schluss steht es unentschieden. Lina bekommt den Ball und sieht das Tor. Zwei Gegnerinnen stehen zwischen ihr und der Torhüterin. Ein eigener Wurf wäre schwierig. Rechts entdeckt sie Jule, die völlig frei steht. Lina täuscht einen Wurf an und passt dann zu ihr. Jule fängt den Ball und trifft. Auf der Tribüne jubelt Linas Klasse. Als kurz darauf der Schlusspfiff ertönt, hat ihr Team mit einem Tor Vorsprung gewonnen. Jule läuft zu Lina und ruft: „Dein Pass war genau richtig!“

Auf der Bank denkt Lina über das Spiel nach. Sie hat selbst kein Tor geworfen. Trotzdem hat sie Räume gesucht, mitverteidigt und den entscheidenden Pass gespielt. Ihr wird klar: Man hilft einer Mannschaft nicht nur mit Toren. Auch Aufmerksamkeit, faire Entscheidungen und gute Pässe können ein Spiel verändern. Beim nächsten Training möchte sie das Passen in Bewegung üben. Das Kribbeln im Bauch ist inzwischen verschwunden. Jetzt freut sie sich schon auf das nächste Spiel.

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